Ziele

Die Ziele des R.DA sind es, die Angehörigen der Freien Stadt Danzig und ihre Nachkommen auf wirtschaftlichem und sozialem Gebiet zu fördern, um ihren Wohlstand zu mehren und ihre eigenständige Identität als Bürger Danziger Nation aufrecht zu erhalten.

Eine heterogene Nation sind Danziger nicht erst von 1919/20, sondern von 1454 an, also seit dem Mittelalter. Seit 1945 haben 99% der das freistädtische Danziger Staatsgebiet bewohnenden Bevölkerung ethnisch und sprachlich mit unserer ursprünglichen Danziger Nation nichts zu tun. Zuvor erzwang Preussen 1793-1807 und 1815-1919 Souveränitätseinschränkungen, hat das Nationalbewusstsein aber nicht beseitigt. Hingegen wurde den Danzigern von 1939/45 an bis heute nicht der Staats-Status aberkannt, aber man zwang sie, sich fortan ausserhalb ihres Heimatgebiets zu organisieren. Doch hatte der “kleine” Danziger Staat bis dahin – was oft vergessen wird – fast die Fläche (↵ en) der heutigen EU-Republik Luxemburg, mehr Bevölkerung als die heutige EWR-Republik Island, eigene Währung (↵ en), Verfassung (↵ en), Regierung (↵ en) und separate Staatsangehörigkeit der Bürger (eigene Pässe, ↵ en). Zwar stellt kein seriöser Staat den Danziger nationalen Existenzanspruch in Abrede, zugleich signalisiert die Weltpolitik seit 1939/45 aber auch kaum, den seit 1939/45 schwebenden Danziger Exilstatus adäquat und verbindlich regeln zu wollen.

Weil die o. g. internationale – und regelmässig vom R.DA eingeforderte – Unterstützung bislang ausbleibt, zielt das eigene Dienste- und Förderungsangebot des R.DA darauf ab, die Integrität der freistädtischen Danziger Gemeinschaft als eigenständiger, selbstbestimmender nationaler Körperschaft zu pflegen – innerhalb von, sowie im Einklang mit, Gemeinschaften, Volkswirtschaften und Rechtsordnungen von Staaten, auf deren Gebieten die Angehörigen ansässig sind. Dieses Angebot ersteckt sich auf sämtliche öffentlichen Aufgaben:

I. Gesundheit,
II. Forschung/Bildung,
III. Wirtschaft/Arbeit,
IV. Wohlfahrt,
V. Kriminalprävention.

Der Grund dafür, diese Aufgaben durch ortsunabhängiges Netzwerken zu erfüllen, liegt darin, dass Danziger Angehörige rsp. Vorfahren in Folge des II. Weltkrieges, namentlich der völkerrechtswidrigen Annexion des Gebietes der Freien Stadt Danzig durch das damals nationalsozialistische Regime in Deutschland, gezwungen wurden, das zusammenhängende Heimatgebiet zu verlassen. Zur neuen Heimat wurden überwiegend andere kulturell verwandte, deutschsprachige Länder, wie Deutschland, Luxemburg, Österreich oder die Schweiz. Eine kulturelle Verwandschaft bringt grosse Vorteile bei der Integration mit sich, jedoch auch das Risiko der Assimilation, das heisst des vollständigen Aufgehens in der neuen Gesellschaft unter Aufgabe der ursprünglichen Identität.

Das Aufgeben des gesellschaftlichen Bewusstseins wirkt der Nachhaltigkeit der kulturellen Vielfalt unter mit- und nebeneinander lebenden Völkern entgegen. Dessen Forcieren kann zu besorgniserregenden Konsequenzen und interkulturellen Spannungen in den nationalen Gesellschaften führen; dies ist in Europa besonders seit den 1990er Jahren deutlich zu spüren. Die Leitpolitik des R.DA geht also dahin, für die freistädtischen Danziger Angehörigen die aller vorteilhaftesten wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rahmenbedingungen eines selbstbestimmenden und selbstverwaltenden Gemeinschaftslebens zu schaffen, die in ihren Wohnsitzstaaten – vor allem im Europäischen Wirtschaftsraum, Amerika und Australien – maximal nur möglich sind.

Von der Weltvölkergemeinschaft 1919 offiziell wiedererrichtet und garantiert, wird das Thema der Freien Stadt Danzig seit Hitlers und Stalins Annexionen 1939/45 heute von der internationalen Politik bedauerlicherweise ignoriert; die Staats- und Gemeinschaftsorganisation scheint auf sich allein gestellt zu sein und muss sich ortsungebunden selbstverwalten. Den Danzigern liegt es an der Aussöhnung mit den heutigen Bewohnern Danzigs. Diese Aussöhnung wird je realistischer, je ehrlicher und selbstkritischer man sich selbst und der eigenen Volksgeschichte gegenüber, bereit ist, zu werden. Ein Stein im Wege dieser “vollkommenen” Aussöhnung scheint auch einer Art “Urangst” der heutige im Danziger Gebiet lebenden Menschen zu liegen, und zwar immer noch von einer befürchteten “Liegenschaften Revision” – ein Gefühl der Unsicherheit. Diese Angst ist unbegründet, denn für die Annexion Danzigs 1939 und für die daraus resultierenden entsetzlichen Folgen, sind die neuen Besitzer nach herrschender Meinung nicht verantwortlich zu machen. Ausserdem ist derer Heimatrecht in den Danziger Städten und Landkreisen nach sovielen Jahrzehnten und Generationen mittlerweile menschenrechtlich geschützt, und wird respektiert.

Wie jede Nation, so hat auch die Danziger Gemeinschaft den natürlichen Selbsterhaltungswillen als kulturell, ökonomisch und politisch eigenständige Staatskörperschaft. Es gibt nicht mehr viele Familienangehörige, die die Freie Stadt Danzig von vor 1939 als Erwachsene erlebten; aber genug von ihnen sensibilisierten zur rechten Zeit ihre Nachkommen – die nunmehr tragende Säule der Danziger freistädtischen Gemeinschaft – auf die Bewahrung der 1919/20 den Danzigern wieder verbrieften Eigenständigkeit und eigener Staatsangehörigkeit. Eine positiv heimatbezogene Grundeinstellung wird bei allen Völkern der Welt, ausser Deutschen und Österreichern, als natürlich angesehen. In Deutschland und Österreich sind positive Konnotationen der Heimatbegriffe in der Regel durch Erziehungsmassnahmen gesellschaftlich in Verruf gebracht worden.