Städt. Viktoriaschule Danzig: Ausgrabungsarbeiten geplant

In der Städtischen Viktoriaschule in der Holzgasse 23/26 in Danzig (früher Tel. 214 83, heute polnisch ul. Kładki) sind Ausgrabungsarbeiten geplant. Kurz nach 1945 wurde dort ein unteridischer Korridogang von mehreren Dutzend metern Länge aus unbekannten Gründen zugeschüttet, und jetzt erhoffen sich polnische Archeologen neue historische Erkenntnisse.

Die Viktoriaschule war bis 1945 Oberschule für Mädchen (auch “Höhere Töchterschule” genannt) und das Gebäude hat als eines der wenigen in dieser Gegend die Zerstörungen von 1945 überstanden. Die Schule war nach Victoria von Großbritannien und Irland (1840–1901) benannt, der “britischen” Prinzessin aus dem Hause Sachsen-Coburg und Gotha, und durch Heirat mit Friedrichs III., Königin von Preußen und Deutschen Kaiserin.

Nationalsozialistische Besatzer der Streitkräfte des am 1. September 1939 die Freie Stadt Danzig völkerrechtswidrig besetzenden Deutschen Reiches, besonders SS Manschaften unter Max Pauly, missbrauchten das Gebäude im September 1939 für die Internierung von u.a. politischen Gegenern des Nationalsozialismus verschiedener (auch deutscher) Nationalität, vor allem freistädtischen Sozialdemokraten und Zentrum-Angehörigen, Freistädtischen Danzigern polnischer Volkszugehörigkeit, polnischen Staatsbürgern, Personen jüdischer Konfession; Frauen und Juden mit Freistädtischer Danziger Staatsbürgerschaft wurden wieder freigelassen.